Datenschutz und Big Data

Daten und damit einhergehend „Big Data“ werden im digitalen Zeitalter als das neue Gold bezeichnet, das im Internet quasi auf der „Datenstraße“ liegt.

Dies stellt Datenschützer und den Datenschutz vor immer neue Herausforderungen.

Bei fast allen Big Data Anwendungen sind Daten im Spiel, die einen deutlichen Personenbezug aufweisen. Selbst bei äußerlich anonymisierten Daten wie z.B. IP-Adressen etc., kann ohne besonderen Aufwand auf den eigentlichen User geschlossen werden.

Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Internetfilmverleihs Netflix, der vor kurzem ein Preisgeld von 1 Mio.USD für die Weiterentwicklung seines Filmempfehlungssystems in Aussicht stellte. Hierfür wurden Daten von 100 Mio. Bewertungen ausgeliehener Filme von fast einer halben Mio. Kunden veröffentlicht, wobei zuvor alle Identifizierungsmerkmale gelöscht wurden. Trotz dieser Anonymisierungsmaßnahmen gelang es Computerwissenschaftlern, einige User durch Vergleich mit Bewertungen eines anderen Filmportals zu identifizieren.
Damit tangiert das Big Data Konzept sämtliche grundlegende datenschutzrechtliche Vorschriften.

Auswertungsmöglichkeiten von Big Data

Während Big Data in den USA vornehmlich als Chance für neue Geschäftsmodelle angesehen wird, herrscht in der EU viel Skepsis. Laut des EU-Datenschutzbeauftragten kann Big Data, sofern verantwortungsbewusst eingesetzt, erhebliche individuelle, aber auch gesamtgesellschaftliche Vorteile mit sich bringen. So will die EU ebenfalls mit ihrer digitalen Binnenmarktstrategie Big Data nutzen und diese Potenziale fördern. Jedoch machen datenschutzrechtliche Implikationen und der Schutz der Rechte der Betroffenen spiegelbildlich einen effektiveren Datenschutz erforderlich.

Insbesondere lassen die Auswertung und Kombination der verfügbaren Informationen erhebliche Rückschlüsse auf das Leben des Einzelnen, seine finanziellen Verhältnisse, sein Konsumverhalten sowie seine Vorlieben und Interessen zu. Die so ermittelten Informationen sind gerade für B2C-Unternehmen von großem Interesse, um gezielt für ihre Produkte zu werben.

Big Data und Datenschutz

Big Data und Datenschutz müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.
Einerseits dürfen neue Technologien unsere Grundwerte nicht diktieren. Andererseits darf nicht die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle mit dem Datenschutz ex ante als unvereinbar angesehen werden.
Ziel der Digitalwirtschaft muss es damit sein, bei allen Anwendungen die Privatsphäre der Menschen zu respektieren, Freiheitsrechte zu bewahren und Missbrauch zu verhindern. Dabei müssen der Nutzen von Anwendungen und der Schutz persönlicher Daten immer wieder neu abgewogen werden.
Die Grundprinzipien des Datenschutzes wie das Transparenzprinzip, die Datensparsamkeit, die Verhältnismäßigkeit und Zweckbindung bilden dabei die Grundlage für die neuesten Lösungsansätze. Als Gegenpol dessen ist gemäß Art. 11 Abs. 1 Satz 2 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union auch das Recht auf die Freiheit, Informationen und Ideen ohne behördliche Eingriffe und ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen zu empfangen und weiterzugeben, zu wahren. Dieser Schutz trägt den Bedürfnissen der digitalen Gesellschaft Rechnung und fußt auf den derzeitigen Gegebenheiten digitaler Informations- und Kommunikationstechnik.

Weitergehende Informationen zu Big Data und EU DS GVO und die Möglichkeit eine Datenschutzkonformität über Einwilligungen zu erreichen erhalten Sie hier in der Fortsetzung dieses Artikels auf unserem Datenschutzportal.

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RAin Michaela Berger

Über RAin Michaela Berger

Rechtsanwältin und Fachanwältin für IT-Recht Michaela Berger hat ihren anwaltlichen Tätigkeitsschwerpunkt im IT-Recht und im Datenschutzrecht. Als Marketingchefin bei RDP ist sie auch für dieses Blog verantwortlich und bloggt über die rechtlichen Aspekte von Themen wie SEO, Online-Marketing oder social networks.