Einbindung des Social-Media Button

Social-Media

Kaum eine Webseite, auf der sie nicht zu finden sind: Social-Media Button wie etwa das kleine weiße Facebook „f“ auf blauem Hintergrund, der kleine fliegende Twitter-Vogel oder das rote Google Plus „g+“-Symbol. Die Anzahl der verschiedenen Netzwerk-Symbole ist nahezu unüberschaubar. Neben den eben erwähnten Social-Media-Klassikern wie Facebook, Twitter und Google Plus werden auch immer häufiger die Buttons von Xing, Flickr, YouTube, Vimeo, Yahoo LinkedIn oder Skype auf Webseiten mit eingebunden – um nur einen kleinen Auszug aus der schier endlos erscheinenden Liste zu nennen. So zahlreich die unterschiedlichen Social-Media Button auf Internetseiten auch verwendet werden, so vielfältig sind auch die potentiellen Modifikationsmöglichkeiten der unterschiedlichen Logos.

Social-Media Button von Facebook

Am Beispiel des sozialen Netzwerks Facebook wird deutlich, wie viele unterschiedliche Varianten es gibt, eine Verknüpfung zu Facebook auf seiner Webseite einzubinden. Da gibt es etwa das bereits angesprochene kleine weiße „f“ auf einem blauen Kästchen abgebildet oder der in ebenfalls kleinen, weißen Buchstaben dargestellte Schriftzug „facebook“ auf blauem Hintergrund als Button. Gleichsam häufig lässt sich auch die blau-weiße Hand mit nach oben gerichtetem Daumen als Symbol finden oder etwa das blaue „Like“ als Zeichen für den Facebook-Gefällt-mir-Button. All diese verschiedenen Zeichen sollen eine Verknüpfung zu Facebook herstellen, wenn man sie auf seiner Webseite verwendet.

Die Liste der jeweiligen Social-Media Button ist lang. Doch nur ein kleiner Anteil der zahlreichen Symbol-Varianten darf auch bedenkenlos verwendet werden. Nicht jedes der aufgezählten Facebook-, Twitter- und Co.-Zeichen darf auf einer Internetseite beliebig verwendet werden. Selbstverständlich haben die Communities ein großes Interesse daran, dass die Logos verwendet werden – es sollen schließlich möglichst viele neue Nutzer generiert werden bzw. die Nutzung des Netzwerkes gefördert werden.

Gleichzeitig will das US-Unternehmen aber auch eine unkontrollierte Verbreitung verhindern, insbesondere will das Unternehmen die Kontrolle darüber behalten, welche Logos in welcher Form verwendet werden, um den Wiedererkennungswert der Marke zu steigern.

Daher lässt das U.S.-Unternehmen Webseiten-Betreibern nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, wie und in welcher Ausgestaltung ein Facebook-Zeichen verwendet werden darf.

Laut der Facebook-Richtlinie zur Verwendung von Facebook-Marken (sog. „Facebook Brand Resources“ ) dürfen nur bestimmte Markenzeichen ohne schriftliche Erlaubnis verwendet werden. Aber auch hierbei müssen die aufgestellten Regeln (Dos & Don’ts) beachtet werden.

Beispielsweise darf das Logo mit dem ausgeschriebenen, weißen Schriftzug „facebook“ auf blauem Hintergrund nur mit entsprechender Genehmigung genutzt werden. Hingegen dürfen das „f“-Logo (weißes „f“ auf blauem Hintergrund) und der Gefällt-mir-Button ohne gesonderte Genehmigung verwendet werden. Doch auch bei einer erlaubnisfreien Verwendung muss stets überprüft werden, ob die übrigen Anforderungen der Richtlinie erfüllt werden. So darf etwa keines des Facebook-Logos eigens umgestaltet und dann verwendet werden. Auch wird häufig das „facebook“-Symbol farblich derart umgestaltet, dass es sich in die jeweilige Webseite optisch besser einfügt. Ein derartiges Vorgehen sollte tunlichst vermieden werden.

Social-Media Button von Twitter

Auch die Zeichen und Symbole des Nachrichten-Dienstes Twitters dürfen laut der Richtlinie für Twitter-Markenzeichen nicht beliebig verändert, bearbeitet oder in verwirrender Weise verwendet werden. Die Zeichen von Twitter beinhalten den Twitter-Namen, das Logo, Tweet, den Twitter-Vogel, und jegliches Wort, Ausdruck, Bild oder andere Bezeichnung, welche Twitter als Quelle oder Ursprung für jedwedes Produkt identifiziert.

Die Twitter-Nutzungsrichtlinien erlauben grundsätzlich die Verwendung des offiziellen, unmodifizierten Twitter-Vogels. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass der Vogel nur nach rechts und nicht nach links schaut. Ferner sieht die Richtlinie vor, dass ausreichend Freiraum um den Button herum herrschen muss. Explizit untersagt sind etwa Sprechblasen oder Wörter in unmittelbarer Nähe zu dem Vogel. Darüber hinaus darf auch die Farbe des Vogels nicht verändert werden. Die hier genannten Anforderungen, die Twitter an die Verwendung seiner Zeichen stellt, sind jedoch nur exemplarisch und keinesfalls abschließend. Auch bei Twitter fällt auf, dass der Schriftzug „Twitter“ nicht ohne ausdrückliche Genehmigung genutzt werden darf.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass nahezu jedes Social-Media-Unternehmen seine eigenen Regelungen bezüglich der Verwendung der eigenen Buttons getroffen hat. Es kann daher nicht für alle Symbole einheitlich gesagt werden, was erlaubt ist und was nicht. Es ist aber zu beobachten, dass der ausgeschriebene Name meist nicht ohne ausdrückliche Genehmigung verwendet werden darf und auch die Verwendung der Logos in anderen Farben ist meist untersagt.

Daher empfiehlt es sich für jedes einzelne Social-Media-Zeichen (Facebook, Twitter, Xing, YouTube, Vimeo, MySpace, usw.), das auf der eigenen Webseite miteingebunden werden soll, die jeweiligen Nutzungsbedingungen genau durchzulesen und eine entsprechend zulässige Verwendungsvariante einzubinden.

Welche Nutzungsart bindet man ein?

Am Beispiel von Facebook wird deutlich, dass auch genaue Überlegungen angestellt werden müssen, welche Funktionalität für die eigene Webseite eingebunden werden soll:

Denn je nach dem, welchen Button man auf seiner Webseite einbindet, werden im Hintergrund unterschiedlich viele Daten an das Social-Media-Unternehmen übermittelt. Je mehr Daten über den Webseiten-Besucher weitergegeben werden, desto umfangreicher muss die jeweils verwendete Datenschutzerklärung ausfallen.

Beim Surfen im Internet fällt auf, dass es inzwischen eine Vielzahl an Internetseiten gibt, die über die Einbettung des Like-Buttons von Facebook verfügen. Dieser Facebook „Gefällt-mir“-Button soll es Nutzern ermöglichen, schnell die eigenen Interessen oder spannende Fundstücke aus den Tiefen des Netzes mit anderen Leuten auf dem sozialen Netzwerk zu teilen. Doch beim Klick auf den Button gibt der Internet-Surfer mehr über sich bekannt als er wahrscheinlich vermutet. Solange der Nutzer auf Facebook eingeloggt ist wird sein gesamtes Surfverhalten an Facebook Diese Vorgehensweise wird u. a. deshalb herangezogen, um dem Facebook-User innerhalb seines Facebook-Accounts userbezogene Werbeanzeigen einzuspielen – nämlich gezielte Werbung, die aus den ermittelten Surfdaten generiert wird.

Das Beispiel des Gefällt-mir-Buttons zeigt also, warum bei der Einbindung des Like-Buttons eine umfangreichere Datenschutzerklärung nötig ist als etwa bei der Verwendung des „f“-Logos – bei dem lediglich eine Weiterleitung zum Facebook-Profil des Unternehmens erfolgt.

Eine entsprechende Anpassung der Datenschutzerklärung ist aber nur ein Grund, warum man Social-Media-Buttons nicht unterschätzen sollte. Ein weiteres wichtiges Argument liegt schlichtweg in den Konsequenzen, die einem drohen, wenn man Buttons oder Schriftzüge in unzulässiger Weise verwendet: Nahezu jedes Social-Media-Unternehmen überwacht das Internet bezüglich der Verwendung ihrer Buttons genau. Wird etwa die Verwendung des Schriftzugzeichens „facebook“ festgestellt, ohne dass eine entsprechende Genehmigung vorliegt, kann eine kostenpflichtige Abmahnung drohen.

Fazit:

Fast kein kommerzieller Webauftritt kann oder will auf die Einbindung von social media verzichten. Man sollte sich aber im Vorfeld einige Gedanken darüber machen, welche Funktionalitäten man wirklich benötigt und was man den Nutzern der eigenen Seite datenschutzrechtlich zumuten will.

Sodann sollte genau darauf geachtet werden, dass das verwendete Logo auch den Richtlinien des jeweiligen sozialen Netzwerkes entspricht, um hier kein unnötiges Kostenrisiko einzugehen.

Bild: © Rudie – Fotolia.de

RAin Michaela Berger

Über RAin Michaela Berger

Rechtsanwältin und Fachanwältin für IT-Recht Michaela Berger hat ihren anwaltlichen Tätigkeitsschwerpunkt im IT-Recht und im Datenschutzrecht. Als Marketingchefin bei RDP ist sie auch für dieses Blog verantwortlich und bloggt über die rechtlichen Aspekte von Themen wie SEO, Online-Marketing oder social networks.

6 Gedanken zu „Einbindung des Social-Media Button

  1. Vielen Dank für den informativen Artikel. Zum Thema farbliche Veränderung der social media icons habe ich eine Frage: Im Footer Ihrer Webseite erscheinen die icons grau, beim hoovern dann in der richtigen Farbe. Ist das nicht bereits eine Verletzung der Richtlinien? Oder ist eine farbliche Anpassung an das Design der Seite doch erlaubt?

    1. Hallo Yvonne,

      Vielen Dank für das Interesse an unserem Blog. Die von Ihnen angesprochene Problematik stellt in der Tat eine “Grauzone” dar ;-)
      Probleme könnte es bei farbreduzierten Logos vor allem bei Facebook und LinkedIn geben, da Twitter und Google+ hier etwas andere Richtlinien bezüglich der schwarz-weißen Darstellung haben. Was jedenfalls nicht geht ist die Verwendung komplett anderer Farben, also den Facebook-Button in rot oder Twitter in lila. Auch die Auseinandersetzung zwischen Heise und Facebook bezüglich der 2-Klick-Lösung und das Einlenken von Facebook haben aber gezeigt, dass eine Inaktivität mit grauen Farben dargestellt werden kann, auch wenn keine große Begeisterung dafür gezeigt wird. Wichtig ist aber, dass zumindest beim Mouseover-Effekt die korrekten Farben dargestellt werden. Ohne Mouseover-Effekt könnte sich die Sachlage aber wieder anders darstellen. Wirklich sicher kann man bei Farbveränderungen nur dann sein, wenn man sich diese vom Rechteinhaber genehmigen lässt.
      Viele Grüße
      Ihr RDP-Team

    2. Ich habe gerade bei Xing angefragt, wie es aussieht, wenn ich das Logo in schwarz/weiss darstelle. Dort wurde mir gesagt ich dürfe nur die original Xing Logos verwenden.

      Größere CMS Anbieter dürfen jedoch scheinbar diese Veränderungen vornehmen.

      Komplexes und doofes Thema…

  2. Ganz herzlichen Dank für die detaillierten Info´s – so in etwa hatte ich es mir bereits gedacht. Nun bin ich wieder ein bisschen schlauer geworden :)

  3. Hallo Frau Berger,

    ich möchte auf meine neue Homepage auch social media button einbinden. Am einfachsten geht das ja über Plugins – allerdgins haben diese die Icons auf leicht modifizier (z.B.
    Social Media Widget by Acurax). Sind diese Modifikationen via Plugin erlaubt, oder sollte man auf jeden Fall das Original downloaden?

    Freundliche Grüße

    D. Köster

    1. Hallo,

      also wenn Sie ganz auf der sicheren Seite sein wollen, dann empfehle ich die Verwendung der von den Anbietern empfohlenen und freigegebenen Logodarstellung. Im Bereich der social media widgets muss geprüft werden, ob die Anbieter der widgets die Modifikationen mit Erlaubnis der social networks vorgenommen haben oder nicht. Also entweder die Originalbuttons verwenden, oder sich mit den Anbietern der widgets in Verbindung setzen und erfragen, ob eine Lizenz oder Erlaubnis zur Modifikation vorliegt.

      Viele Grüße

      Michaela Berger

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