Künstlersozialkasse

Die Künstlersozialkasse (KSK) bezuschusst selbständige Künstler und Publizisten im Bereich der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung durch Zahlung der Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge.

Das Geld hierzu kommt von den abgabepflichtigen Unternehmen, die in drei Gruppen eingeteilt werden können:

Von diesen Unternehmen wird ein Abgabesatz von aktuell 4,8 % der an die selbständigen Künstler und Journalisten gezahlten Entgelte erhoben.

Nicht mit eingerechnet werden die Umsatzsteuer und Aufwandsentschädigungen wie Reise- und Bewirtungskosten.

Von der Abgabepflicht verschont bleiben Unternehmer, die nur gelegentlich die oben genannten Aufträge erteilen. Dies ist z.B. der Fall, wenn die Gesamtsumme der erteilten Aufträge einen Betrag von EUR 450.- im Jahr nicht überschreitet.

Selbständige Künstler und Publizisten sind pflichtversichert in der KSK, d.h. wenn die Kriterien vorliegen muss der hälftige Beitrag zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung an die KSK entrichtet werden. Diese bezuschusst dann die Beiträge und führt diese in voller Höhe an die jeweiligen Sozialversicherungsträger ab.

Um den jährlichen Beitrag berechnen zu können, verlangt die KSK eine Einkommensprognose für das jeweils folgende Jahr, die spätestens zum 01.12. abgegeben worden sein muss. Sollte die Prognose zu ungenau, also "falsch" sein, kann die KSK ein Bußgeld verhängen. Eine nachträgliche Änderung, d.h. Rückforderung der festgesetzten und entrichteten "falchen" Beiträge ist aber nicht vorgesehen.

Im Fall von auffälligen abweichenden Schätzungen werden die Künstler überprüft.

Um unter die Pflichtversicherung zu fallen, muss der Mindestgewinn von EUR 3.900.- für die künstler- und/oder publizistische Tätigkeit überschritten werden. Auf der anderen Seite dürfen die selbständigen Künstler und Publizisten keine weiteren Einkünfte erzielen, die gewisse Geringfügigkeitsgrenzen überschreiten. Diese Grenzen sind in der Kranken- und Pflegeversicherung anders zu berechnen als in der Rentenversicherung.

Sonderfälle:

Ein besonderer Fall tritt auf, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH Zuschüsse zur Pflichtversicherung seitens der KSK bezieht und gleichzeitig die GmbH die KSK-Abgabe für dessen erbrachte Tätigkeit zahlen muss. In diesem Fall wird der Geschäftsführer als freier Mitabeiter angesehen, der der GmbH gegenüber künstler- und/oder publizistische Tätigkeiten erbringt. 

Sollte bei einer Prüfung festgestellt werden, dass die KSK-Abgabe nicht bezahlt wurde, ist die Abgabe für fünf Jahre nachzuzahlen. In die Bemessungsgrundlage wird aber nicht nur das Bruttoentgelt, sondern auch der Dienstwagen, Pensionskassenzahlungen, Tantiemenzahlungen etc. eingerechnet.